Clages Gallery | Oliver Husain | Watermelons | Pressetext
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Oliver Husain | Watermelons | Pressetext

Oliver Husain | Watermelons

15 November 2018 until January 2019

 

 

 

Oliver Husains zweite Einzelausstellung „Watermelons“ bei Clages besteht aus raumeinnehmenden Video-Installationen und einer neuen Serie von Aquarellen.

 

Die experimentelle Video-Projektion „French Exit“ nimmt den gesamten vorderen Galerieraum ein und kreiert so ein Environment, das sich direkt um den Betrachter dreht, anstatt ihn auszuschließen. Einen „French Exit“ zu machen bedeutet, eine Party oder eine andere Situation zu verlassen, ohne sich zu verabschieden – das Video arbeitet auf ähnliche Weise und stellt wie bei einem Spiel Regeln auf, deren Grenzen im Laufe des Videos nach und nach ausgetestet werden.

 

Indem Husain Leerräume füllt und so mit den Verflechtungen von Zweidimensionalität, Flachheit und ihrer Grenzen spielt, stellt er eine Frage nach der Stellung des Individuums gegenüber der Masse. Die verglaste Drehtür fungiert als dreidimensionales Objekt, welches sich durch Spiegelungen und Reflektionen in eine animierte Fläche verwandelt. Weder bloßes formales Element, noch bloßer Teil der Architektur wird diese zu einem belebten, animierten Ort. Die Glaswand als Grenze dient dabei als optische Trennung von Innen- und Außenraum und kontrolliert auf diese Weise die jeweiligen Ebenen – mit jeder Drehung entsteht ein neuer Raum, eine neue Projektionsfläche, welche wiederum neue Bilder und Horizonte schafft.

 

Die Szenerie dominiert eine sorgfältig einstudierte Choreografie mit drei Performern. Die diversen Anweisungen, die im Laufe des Videos sichtbar werden, spielen dabei mit der Idee von Grenzen, Membranen, Soft- und Grand Openings, Exklusionen, unsichtbaren Mauern und Energiefeldern; ähnlich einem Körper, der sich durch unzählige Schichten einer weichen, jedoch zähen Masse kämpfen muss. Auf diese Weise interveniert „French Exit“ mit Husains zweiter Videoinstallation „Parade“ im hinteren Galerieraum, die den Faden auf politischerer und vor allem sprachlicher Ebene wiederaufnimmt.

 

Die Aquarelle sind ebenfalls Teil von Husains Choreografie und knüpfen auf eher introspektive Weise an diese Gedanken an. Fließende Formen erinnern schemenhaft an Bewegung oder Tanz und kreieren Silhouetten und Figuren, welche den Betrachter verstohlen anblicken.

 

Wäre es nicht traumhaft, fließende Kostüme aus Farbe auf diese Weise entstehen lassen zu können?