Clages Gallery | Bernhard Walter – Lost in Reverie – Pressetext
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Bernhard Walter – Lost in Reverie – Pressetext

17. April bis 1. Juni 2008

The crepuscular realm of the writer’s own reveries (Henry James)

›Lost in Reverie‹, in Gedankenwelten, ist die Umschreibung für ein Phänomen, das beim Entstehen und der Produktion von Kunst zu beobachten ist. Zufällig gefundene, teils abgelegte Materialien scheinen eine intensivere Ausstrahlung und somit höheres Potenzial zu besitzen als neue, perfekt gefertigte Objekte. ›…And Follow One’s Pleasure‹, der ergänzende zweite Halbsatz des Ausstellungstitels, ungenannt, fordert die konsequente Umsetzung des individuellen Lustprinzips.

Die verwendeten Materialien in den Bildern entstammen dem direkten Umfeld des Künstlers. In einer abgelegten Kiste mit Stoffresten fand sich ein Rock-Schnittmuster, wohl in einem Vorstadium der Fertigstellung. Warum der Rock letztlich unvollendet ist und für wen er bestimmt war, bleibt der Phantasie des Betrachters überlassen. Der damit angereizte Titel ›A Bit of Skirt‹, eine kosende Umschreibung des Weiblichen, konkret „ein bisschen Rock“, hier als Ausgangspunkt eines sowohl abstrakten als auch narrativen Motives.

Das Bild ›Wriggling Board‹ besteht aus einem hölzernen Brett, das durch zwei Sägeschnitte in drei Segmente aufgeteilt ist. Die vibrierende Bewegung, suggeriert durch die Form, spielt das potenziell Absurde im Abstrakten an, da sich das Assoziativ-Stabile in etwas Wackelndes auflöst, sich auseinanderlegt und durch diese Tätigkeit in weitere Entfernung begibt, bis zur Andersartigkeit der Oberfläche, wie kariert und geblümt.

›Fabrics‹ bezeichnet sechs Material-Tafeln, welche im Kleid des Bildes gezeigt werden (gerahmt und verglast). Sachlich gesehen, bestehen diese Bilder rein aus den Oberflächen der zuletzt produzierten Objekte von Bernhard Walter. Gezeigt werden diese wegen des Phänomens, dass alleine durch das Vorhandensein der reinen Oberfläche eine weitere Imagination entsteht, chimärenhaft verschleiert durch die Spiegelung des Glases. Abstrakte Minimal-Formensprache wird zurückgeworfen in diffuse Imagination.

Clages